Jeden ersten Freitag des Monats findet für alle Verantwortlichen und Mitarbeiter von „Casa do Menor“ ein, nennen wir es „Besinnungs- und Informationstag“ statt. Als freiwillige Unterstützung des Projekts war ich selbstverständlich mit von der Partie. Den Morgen verbrachten wir in der Kapelle, zum Singen, Beten und arbeiten in der Gruppe (Jeder Gruppe war eine Farbe zugeteilt und wir sollten uns dann Gedanken machen was wir mit dieser Farbe verbinden und auch darstellen. Erklärt einmal in portugiesischer Sprache, was die Farbe Rot für euch bedeutet,…sehr amüsant!) Das tolle war, dass ich gefragt wurde ob ich die Lieder mit dem Schlagzeug begleiten wolle. Und ich spielte zusammen mit einem Bassisten, unserem „Hofgitarristen und Sänger“ sowie einer super Sängerin, bestimmt 10-15 Lieder (von denen wir nur 4 geübt hatten). Das hat so Spaß gemacht, und die Menschen haben, typisch brasilianisch, mitgetanzt, gesungen und geklatscht. Nach dem Mittagessen haben wir uns dann wieder getroffen und haben in 2 Gruppen ein Pantomimespiel gemacht. Ihr könnt euch nicht vorstellen was für eine Stimmung zustande kam. Es wurde lachender Weise geflucht, beschimpft, verteidigt und aufgesprungen,… Toll wie sich 50 Erwachsene für Süßigkeiten (der Preis) ins Zeug legen.
Am Sonntag war ich wieder in der „Cidah“ (Kulturzentrum von Casa do Menor), wo ich mich mit Moritz und ca. 25 Kindern bei 35 Grad im „Pool“ abkühlte. Ein ganz putzige kleines Mädel, was mich erstaunlicher Weise mit meinem Namen anredete obwohl ich sie vor 3 Wochen einmal kurz gesehen hatte, war auch da. Ich kam auf die glorreiche Idee sie auf die Schultern zu nehmen und gegen die Jungs „Reiterkämpfchen“ zu veranstalten. Ein riesiger Spaß, aber ich spüre noch jetzt meinen Nacken wenn ich den Kopf wende.
Auch habe ich in der Percussiontruppe die brasilianische Nationalhymne gelernt.
Montags bin ich mit ein paar meiner Kinder, Diego (ein Pai-social von Casa Renascer) und Moritz auf einen Berg in der Nähe gelaufen. Von dort hat man bei guter Sicht einen Blick bis Rio de Janeiro + Meer. Diese hatten wir leider nicht, aber man konnte dennoch sehr weit blicken. Egal in welche Richtung man sich gedreht hat, nur Häuser, Häuser, Häuser zwischen und auf den unzählbaren Hügeln. Auch Nova Iguaçu konnte man sehen. Habe da zum ersten Mal eine ungefähre Vorstellung der Dimension bekommen, die sich schon bei der Fahrt nach Rio bemerkbar gemacht hat. Wenn man überlegt, das außerhalb von Nova Iguaçu keiner Miguel Couto kennt, was so groß ist wie Mainz. Gehe auf jeden Fall noch ein paar Mal dort hinauf, auch wenn es etwas anstrengend war. Bei guter Witterung, kann man wohl sogar die Christusstatue sehen!
Außerdem habe ich die Haare, von einer der Professorinnen geschnitten bekommen, die hier die Friseurausbildung in „Casa do Menor“ leitet. Ein Abenteuer, zu erklären was man eigentlich möchte, was mir eine gewisse Ähnlichkeit mit „Prinz Eisenherz“ verschafft hat.
Bin dennoch froh, weil die richtig langen Haare bei dieser Hitze einfach nicht, im wahrsten Sinne des Wortes, „tragbar“ sind. Jetzt kann mein Nacken wenigstens auch mal Sonnenbrand bekommen.
Ohne Ventilator im Zimmer ginge es nicht,...
Heute habe ich außerdem endlich mein Visum erhalten, nachdem wir noch mal zur „Policia Federal“ gefahren sind. Dort haben wir auch einen der 2 österreichischen Pfarrer getroffen die hier in Miugel Couto arbeiten. War sehr interessant. Anschließend sind wir durch das Zentrum von Nova Iguaçu gelaufen. Unzählige Geschäfte und Menschen. Märkte mit Fisch, Obst, Gemüse und Feisch. Illegalen Raubkopien, und Kokusnussstände. Ein riesiges Gewusel, und mittendrin bei 34 Grad und mit langer Hose (Eunice sagte das wäre bei der Polizei angemessen,…) meine Wenigkeit. Was soll man da noch sagen?
Dank disem Papierwisch darf ich hier ein Jahr leben,...
Prinz, mit Fahne und Visum,...
Zu mir persönlich:
Mir ist aufgefallen, dass ich schon total selbstverständlich durch die Gegend laufe. Auch wenn ich manchmal noch aufwache und denke, „Du bist gerade wirklich in Brasilien“, fühlt es sich doch schon alles sehr vertraut und gut an.
Denke dennoch oft und gerne an Zuhause, bzw. euch,
ich verbleibe mit freundlichen Grüßen, ihr Prinz Eisenherz.
Mir ist aufgefallen, dass ich schon total selbstverständlich durch die Gegend laufe. Auch wenn ich manchmal noch aufwache und denke, „Du bist gerade wirklich in Brasilien“, fühlt es sich doch schon alles sehr vertraut und gut an.
Denke dennoch oft und gerne an Zuhause, bzw. euch,
ich verbleibe mit freundlichen Grüßen, ihr Prinz Eisenherz.
9 Kommentare:
Hallo Benni,
die kurzen Haare stehen dir gut.Es freut mich zu sehen das du auf jedem Foto lächelst.Ich würde gerne mal eine Messe bei euch miterleben damit ich wieder etwas mehr Begeisterung für die Kirche spüren könnte.Dir wünsche ich das deine Begeisterung für die gute Sache so bleibt.
Alles Liebe Petra
Hi Bruder.
Freut mich, dass du dich schon so gut eingelebt hast und dich so wohl fühlst. Bei deinen Erzählungen kann man sich das aber auch gut vorstellen. Super!!!
Hätte gerne mal den Originalton, wie du etwas zur Farbe Rot auf Portugiesisch erzählst. :-)
Hoffe, wir telefonieren am Samstag wieder!
Alles Liebe, dein Tobi.
PS: Du erinnerst mich mit deiner Frisur nicht nur an Prinz Eisenherz sondern auch an den allseits geschätzten Schlagerbarden Tony Marshall...
Hallo Benni,
Ich bewunder dich echt für deinen Mut dieses Jahr in Brasilien zu verbringen.
Was du für Abenteuer erlebst, da wird man ja schon neidisch... :) und deine Artikel und deine Geschichte sind super. Immer wenn ich mal ein paar freie Minuten habe lese ich sie.
und ja, die kurzen Haare stehen dir sehr gut ;)
Ich fange am Samstag an in Bonn Pharmazie zu studieren. Also im Vergleich zu deinem Leben eher langweilig. Auch wenn es schon spannend ist zu sehen wie man ohne feste Bleibe eine Woche in Bonn überleben will :P
Mach's gut und noch viel Spaß!
Karina
Siehst top aus und die Wolle auf dem Kopf war sicher etwas warm.
Da könnten wir mal den Schambes ein paar Wochen zu dir schicken...damit der sich auch mal wieder die Haare schneidet ;-) Spaß !!!
Ich trage den Kokusnuss-Ring, den die Leutchen von Casa do Menor Christina und Lucia?) in Hechtshiem nach dem Autritt verkauft haben und denk oft an dich !
Wenn du das ganze Jahr so fleissig postest, wäre das super!
Liebe Grüße aus dem spätsommerlichen Kahl von Biggi und Co.
Hi Ben!
Deine Berichte sind immer wunderbar und wir hoffen du bleibst das ganze Jahr so "melde-fleißig". Deiner Ausweisung bist du ja nochmal zuvor gekommen.
Hast schon leichte patriotische Züge hinsichtlich Brasilien entwickelt ...mit Fahne und brasilianischem Kokosnuß-Haarschnitt... :-)
Herrlich zu hören, dass alles soweit anläuft und du Tag für Tag neue Happenings hast. Faszinierend finde ich auch die Bevölkerungs- und Flächen-Dimensionen, die du beschreibst...unglaublich. Da ist hier im 800 Seelen Dorf mit 200 Kühen echt nicht dran zu denken.
Wir denken und glauben fest an DICH.
Bis die Tage u. alles Liebe
Gehi und Danny
Guuuude,
klingt ja alles ziemlich cool da, und shcön das du dich wohl fühlst. Ich hab grad Ferien, muha:) War aber diese Woche jetzt auch schon 3 mal bei Herrn Hanssen(unkraut, rasen mähen, hr. weitzel war da, efeu schneiden) und es klappt ziemlich gut:)
Heute abend erstmal Weinfest....
Also Hau mal rein am anderen Ende der Welt und sag Locke der Boss mal schöne Grüße
Gruß Schambes
haddu muskeln bekommen....???=)
denk an dich,marie
Hallo Benni,
Oma u. Opa haben so geschwärmt von dir und Brasilien, dass ich mir die Internet-Adresse habe geben lassen.
Hatte jetzt kurz Zeit mal einen Eindruck zu haben von Brasilien. Es muß herrlich sein, dort zu sein. Hast
du nicht mal Heinweh nach der Heimat
und nach Monzelfeld. Ich wünsche dir
noch eine schöne Zeit und noch gute Eindrücke für das Jahr. Bleib gesund
und ich habe ja jetzt die Adresse wo ich ab und zu mal reinschaue. Liebe Grüße
Gerhild und Erich.
Ich denke Sabrina wird dir auch mal
eine email schicken.
bis dann....
ola Benni
espero que ja possas ler um pouco
Portugues.
Ja vi que estas adorando o Brasil e o calor.Adorei ter noticias tuas.
Vai te divertindo e aproveita bem.
Espero que percebas, pelo menos da para treinar o Portugues.Beijos Paula
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