Montag, 28. Juli 2008

Montag, der 28. Juli 2008

Einen wunderschönen Abend an alle Informationshungrigen:

Wie schon angekündigt kamen vor gut 2 Wochen mein großer Bruder (Tobias) und meine Cousine (Barbara) angeflogen um einen Eindruck von meinem Leben und Arbeiten hier in Brasilien zu erhalten.

Am ersten Tag ging es zu erst einmal in 3 näher liegende Häuser von uns um die Kinder kennen zu lernen. Später wurde dann beim ersten brasilianischen Bier ein schönes „Churrasco“ in der Pousada veranstaltet.
Am nächsten Morgen ging es dann auf den „Corcovado“ um der Christusstatue einen Besuch abzustatten. Dieser empfing uns dann mit strahlend blauem Himmel, sodass wir einen tollen Ausblick auf die Stadt genossen.(Um es nicht weiter zu erwähnen wir hatten nur am vorletzten Tag ein paar Wolken, ansonsten bot und Petrus fantastisches Wetter Tag für Tag!!!)
Meine 3 Besucher,...

Einen ähnlichen Ausblick gab es dann vom Aussichtspunkt „Dona Marta“,...
Ein Aeffchen auf dem Weg,...
Später dann noch an den Strand von Ipanema,…


Um 4 Uhr in der Früh ging es dann am nächsten Morgen wieder rein nach Rio um einen Bus zu nehmen der uns zur 2 Stunden entfernten Fährstation brachte. Dort logischerweise dann einen Fähre und weitere 2 Stunden danach waren wir am Ziel: die „Ilha Grande“ (große Insel, zwischen Rio und Sao Paulo).

Auf dieser traumhaften Insel verbrachten wir 3 Nächte in einer feinen, genial gelegene Pousada (aber auch Tage*g). Was wir erlebten in Bildern:
…, der Ausblick aus unserem Zimmer,…
…, Meerjungfrau mit Kokos-BH am „schwarzen Strand“,……, Tagestrip im gemütlichen Schoner mit diversen Zwischenstopps

zum Baden und Schnorcheln,……, da sag ich noch zu meinem Bruder „Hier in den Gewässern soll es auch Delphine geben“, und prompt lassen sich 20 -25 Stück blicken,……, beim Schnorcheln haben wir neben vielen Fischen auch eine große Wasserschildkröte gesehen (auf dem Bild ist allerdings meine Freundin zu sehen),…

…, am nächsten Tag hieß es dann 3 Stunden Fußmarsch,…


(nach Oben durch den Regenwald)


(über Stock uns Stein)(an idyllischen Palmstränden vorbei)(auch wilde Tiere mussten passiert werden)

…, aber dann waren wir an „einem der schönsten Strände der Welt“ mit dem Namen „Lopez Mendes“, der durch unglaublich klares Wasser und weisesten Sand überzeugte der wie Schnee unter den Füßen knirschte!!!

Wunderschöne Insel also, und Abends ging es immer genial Essen. Nachdem wir mit der Fähre wieder zurück sind ging es die „grüne Küste“ weiter Richtung Sao Paulo entlang. Ein kurzer Zwischenstopp in dem Kolonialstädtchen „Paraty“ und dann weiter zu einem wirklichen Geheimtipp: Pousada Santa Martha das Pedras
Paraty ist uebrigens bekannt fuer Zuckerrohrschnaps,...


2 Nächte verbrachten wir in dieser Oase, genossen tolles Frühstück und Abends Fisch der noch morgens im 100 Meter entfernten Meer geschwommen ist. Das ganze in einem kleinen Fischerdorf in dem zufällig an beiden Abenden das typisch br. „Juninafest“ gefeiert wurde. Livemusik, traditionelle Tänze, Bier u.s.w.

Juninafest,...Leckerer Fisch,..

Auf dem Hinweg zum Strand war die Flussmuendung nur Knietief,...

Strand mit Flussmuendung,...
Sonnenuntergang im Fischerdorf,...
Die Familie,...
Und so sieht Kakao eigentlich aus,...
In freudiger Erwartung auf das Essen,...

Einen Tag nach unserer Wiederkehr hieß es dann von meiner Freundin abschied nehmen. Tobias und Barbara blieben noch 5 Tage länger, die wir dafür nutzten in die beiden Häuser zu gehen in denen ich arbeite, sowie das Zentrum von Rio, den Zuckerhut, Copacabana und Strandtag an Ipanema,…Wer von den beiden schlechter gesehen hat bleibt ein Raetsel,...
Die schoene Treppe,...
Meine 2 Besucher,...


Jetzt heißt es beim mir die letzten Wochen hier in Brasilien zu genießen, viel Zeit mit meinen Kindern zu verbringen und dann geht es langsam aber sicher wieder in heimische Gefilde.

Fühlt euch alle gedrückt, bis dahin, euer Benni.


PS:

Als wir mit ein paar meiner Jungs durch das Gelände von unserem Landgut gehen,
kommen wir an einer unserer Kühe vorbei.
Auf dem Rückweg sah sie dann so aus:

Samstag, 12. Juli 2008

Samstag, der 12. Juni 2008


Es tut mir Leid das ich nicht in Gewohnter Regelmäßigkeit von mir hören lasse.
Es passiert einfach so unglaublich viel Momentan, außerdem ist meine Freundin (Alena) zurzeit zu Besuch und die Zeit möchte ich natürlich auch nutzen.

An dieser Stelle also ein 2 Gedankengänge und später ein paar Bilder aus dem winterlichen Brasilien:

Zur Zeit (brasilianischer Winter) haben wir herrliches dt. Sommerwetter, allerdings ist es abends recht kalt. Moritz und ich haben so aber nun doch noch Gebrauch von dem Glühweingewürz machen können, das ich importiert hatte. Gemütlich,…

Vor 2 Wochen hatte ich dann eine einmalige Gelegenheit: Zusammen mit einer Gruppe von „Casa do Menor“ sind wir in ein berüchtigtes Jugendgefängnis in Rio gefahren. Dort wurde anlässlich zum Johannesfest eine kleine Aufführung für die Jugendlichen präsentiert.

Nachdem wir alles abgeben mussten was in irgendeiner Weise als Waffe genutzt werden könnte (und sich langsam aber sicher ein sehr mulmiges Gefühl in meiner Magengegend ausbreitete) wurden wir in eine überdachte Halle gebracht wo ca. 250 Jugendliche, in kurzer Gefängniskluft, auf dem Boden saßen. Kinder zwischen 12 (!!!) und 18 Jahren saßen also auf dem kalten Boden und waren sichtlich froh ein bisschen Abwechslung zu erhalten. Unsere tanzenden Mädels wurden selbstverständlich unter johlendem Beifall gefeiert. Alles schien recht ruhig doch sahen wir natürlich nicht alles. Das Gefängnis das für ca. 45 Tage eine Zwischenstation für „Bonbonklauer“ bis hin zu Mördern (nahezu ausschließlich Unterschicht) darstellt hat einen schlimmen, wohl berechtigten, Bekanntheitsgrad. Die Zellen haben keine Betten und sind mit 20-30 Personen überfüllt. Als Toilette dient ein Loch im Boden. Ein Junge aus unserem Projekt, der auch schon dort war (mein Patenkind war im Übrigen auch schon dort) bezeichnete das Gefängnis als „Vorhof zur Hölle“ und berichtet davon, dass sie aus Schutz vor Übergriffen Rücken an Rücken im Sitzen schlafen würden.

Ein wirklich unschöner Ort. Dennoch wieder ein wichtiger Eindruck aus diesem sonderbaren Land

Neue Einblicke konnte ich auch gewinnen als ein Journalist und eine Photographin aus der Schweiz für eine gute Woche hier waren. Neben dem super Verhältnis zu Roman und Pia (die altersmäßig meine Großeltern sein könnten), war es auch super, das Moritz und ich die Übersetzungsarbeit leisten konnten/sollten/durften. Die beiden arbeiten an einem Bericht für ein Magazin von „Caritas“ in dem ein Junge begeleitet wurde. Dieser Junge war Jonathan (einer meiner Ersten in Casa Renascer), an dessen bisherigem Leben (Zuhause verprügelt, frühe Drogenkarriere mit großem Bruder und für das „Commando Vermelho“ [größtes und berüchtigtstes Drogenkartell in Brasilien] gearbeitet, von Polizei verprügelt, Bruder und bester Freund wurden erschossen,…) ich nun teilhaben durfte, da ich es ja übersetzte.

Was er mit 16 schon alles erleben musste ist unbegreiflich. In seinem Fall kann man wenigstens sagen das er sich auf einem guten Weg befindet, sein Leben umzukrempeln.
Ein gutes Gefühl.

Beschaulicher sind dann die letzten Tage verlaufen, die ich euch in Bildern mit etwas längerem Bilduntertiteln präsentieren werde:


Im „Jardim Botânico“, einer Oase mitten im Großstadtdschungel,…
Koenigspalmen und meine Wenigkeit,...


Petrópolis, des Kaisers Sommerresidenz,…
Hier veranstalten die dt. Einwanderer das „Bauernfest“ mit Trachten, Blasmusik und traditionellem Speis und Trank,…
Zum Fressen gern,…
Moritz, Alena und Ich zusammen mit Salomon (Krebskranker jugendlicher aus Angola, der an diesem Tag 20 Jahre alt wurde, worauf wir ihn später zur selbst gemachten Pizza einluden),…
Bootstour mit Alena, Pia und Roman in der großen Bucht neben Rio


(Blick auf den Zuckerhut),…


Mit 14 Kilometern verbindet diese Brücke Rio de Janeiro und die Nachbarstdt Niteroi,…

3 Stunden von Rio entfernt befindet sich das „St. Tropez Brasiliens“ mit dem Namen „Búzios“. Dort verbrachte ich mit Alena 4 Tage, in einer völlig andern Welt:
Am schnuckeligen Hafen,…
Wenn das nicht zum Baden einlädt,…
Schön wenn man in der Nebensaison reist,…


Mein Geburtstagsgeschenk, ein Surfkurs! Hier mit Longboard am „Praia de Geribá“,…Trockenübungen auf einem wackligen Holzbrett das lose auf einem Zylinder liegt,…
Erste Annäherungsversuche an die Surferkarriere,…
Die Traumhafte Strandpromenade von Búzios zu abendlicher Stunde,…
Die „Escadaria de Selaron“ im Musik-/Künstlerviertel von Rio. Ein Künstler verarbeitete dort seit 18 Jahren schon über 2000 verschiedene Kacheln aus mehr als 60 Ländern, und ist noch lang nicht müde. Snoop Dog (+ Pharell Williams) und U2 nutzen diese Treppe schon in Musikvideos,…
Das bekannte Äquadukt in „Lapa“ (Stadtteil in Rio), dahinter die gigantische „Catedral Metropolitana“ sowie Hochhäuser des Zentrums,…


Morgen werden mein großer Bruder und meine Cousine dazu stoßen, und wir gehen auf Reisen. Wenn das Wetter mit macht, kommen in 2 Wochen Bilder zum neidisch werden in meinen Blog. Heute in 2 Monaten lande ich schon wieder in Frankfurt, bis dahin, euer Benni.