Ein super Schauspiel, auch wenn vielleicht anders als man es sich vorstellt.
Der Straßenkarneval war aber die ursprüngliche Form von dem kommerzialisierten Carneval den wir aus dem Fernsehen kennen.
Danach sind wir ziemlich viel hin und her gelaufen und schließlich mit einem der vielen Transporter an die Copacabana gefahren um bei einem letzten Bier/Caipirinha den Tag ausklingen zu lassen.
Eine der bekanntesten Carnevalbands, die Banda de Ipanema,...
Ipanema ist auch fuer die bunte Schwulenszene bekannt,...
Einfach immer den Strand entlangtanzen,...
Der Strand von Ipanema,...
Da Standen uns allerdings noch 4 Stunden abenteuerlichen Heimwegs bevor:Um viertel nach 9 beschlossen wir das erste Stück mit der U-Bahn zu fahren, da diese klimatisiert und sicherer ist. Da unsere einheimische Begleitung etwas Orientierungsprobleme hatte, brauchten wir eine Ewigkeit um an der Station anzulangen. Dort in die U-Bahn eingestiegen fuhren wir später zuerst einmal an der Station vorbei an der wir umsteigen mussten. Also an der nächsten Station aussteigen und zurück, dann wieder umsteigen und in Richtung Endstation „Pavuna“.
Fabiana (gegen alle weiteren Spekulationen: 31, 2 Kinder und mit einem Deutschen verheiratet!) und Ich in der U-Bahn,...Dort um halb 12 angekommen, machten wir uns an dem recht unfreundlichen Umsteigebahnhof zu der Bushaltestelle in Richtung „Miguel Couto“. Der letzte Bus des Tages traf aber nicht ein, sodass wir irgendwann nach Mitternacht in einen der Transporter stiegen die es hier überall gibt und dieselben Routen wie die Omnibusse befahren. Jetzt ist es so, dass es vom tollen modernen „Sprinter“ bis zum wackligen alten „VW-Bus“ alles gibt. Da in dem vorletzten Transporter Beine aus dem Kofferraum baumelten, da natürlich keiner bis zum nächsten Bus um 4 Uhr morgens warten wollte, stiegen wir in die letzte Möglichkeit ein: Typ „Wackliger alter VW-Bus“.
Der Motor klang dermaßen furchtbar, aber da hatte ich noch nicht das Kupplungsgeräusch gehört. Es klang auf jeden Fall so, das ich recht früh mit Moritz anfing zu scherzen das wir bestimmt irgendwo liegen bleiben werden, während unser Gefährt ohne Scheinwerfer durch die Straßen ruckelte. Tatsächlich ging wenig später gar nichts mehr, da Motor oder Getriebe den Geist aufgegeben hatten. Glücklichweise lag das Haus von der Familie unserer Begleitungen eine halbe Stunde Fußmarsch entfernt, sodass wir beschlossen dort zu schlafen, da wir uns in „Belford Roxo“ befanden, von wo aus es noch 20 Minuten mit dem Bus nach „Miguel Couto“ dauern würde und es besseres gibt als Nachts Stunden durch die „Baixada“ zu laufen. Um viertel nach 1 lag ich, unglaublich erschöpft aber glücklich, auf einer dünnen Matratze im Wohnzimmer einer mir unbekannten Familie. Nach unruhigem Schlaf ging es um 7 Uhr morgens bei Regen aus dem Haus und mit dem Omnibus nach „Hause“. Dort verbrachte ich dann den ganzen Tag im Bett, weil ich mich ziemlich zerschlagen fühlte. Unbeschreiblich.
Luiz-Fernando, Ich und Cicero,...
..., und Romolo,...
..., und mit unseren Maedels,...Der nächste Arbeitstag war gelinde gesagt „aufregend“. Ruan (10 Jahre) sollte, wie jeden Morgen, das Medikament gegen seine Epilepsie einnehmen. Logischerweise ist er davon nie so begeistert, auch weil ihn das meiner Meinung verunsichert „was ihn ihm vorgeht“. Auf jeden Fall ist er diesmal dermaßen ausgerastet, hat am laufenden Band geschrieen und geweint und wollte sich gar nicht mehr beruhigen. Es ist unmöglich jetzt alles zu beschreiben, aber Ruan ging später mit ziemlich allem was er finden konnte auf die anderen Jungs los (die wie Kinder halt so sind es immer verstanden die Situation noch zuzuspitzen indem sie ihn reizten). Beim Mittagessen, als wir dachten er hätte sich wieder beruhigt hat er dann Douglas (14 Jahre) mit der Gabel mit voller Wucht in den Arm gestochen. Das ging dann eigentlich den ganzen Tag so weiter und ich hatte meine Mühe den Laden unter Kontrolle zu kriegen. Doch auch wenn es wahnsinnig viel Beherrschung und Einfühlungsvermögen gekostet hat, war ich am Schluss doch zufrieden, einigermaßen souverän gehandelt zu haben, und auf Portugiesisch mit den Jungs fertig geworden zu sein. Denke dass ich mittlerweile meinen Respekt bei den Jungs habe.
Am darauf folgenden Tag schauten wir uns dann im Fernsehen zusammen die Punktevergabe der Sambaschulenauftritte im „Sambadrom“ an .Lustigerweise hat „Beja-Flor“ (wörtlich übersetzt Blumenküsser, hier aber der Name des Kolibri) gewonnen, die Sambaschule der ich im Dezember bei der Probe zugeschaut hatte.
Danach bin ich früher zurück in die Pousada gefahren weil mir plötzlich alles Weh tat. Auf dem Fahrrad wurde mir dann auch schon schwindelig.
Ende vom Lied ist, das ich über eine Woche später immer noch in der Pousada sitze, bzw. liege und mich auskuriere. Ich habe mich scheinbar an dem „Dengue-Fieber“ infiziert, das durch tagaktive Mücken übertragen wird. Das haben wir allerdings trotz Besuchen in unserer Krankenstation und Blutabnehmen in einer öffentlichen Krankenstation lange nicht festgestellt, da die Symptome wie bei einer schweren Grippe beginnen. Hatte auf jeden Fall tagelang furchtbar Glieder- und Kopfschmerzen und selbst mit 2 verschiedenen Fieber/Schmerzmitteln (+ Wadenwickel vom Moritz) bis 40 Grad Fieber. (siehe Bild)
Da habe ich mich doch glatt zum ersten Mal nach Hause gesehnt!!! Das schlimmste habe ich wohl überwunden, doch die Schlussphase ist ziemlich unangenehm weil es dann am ganzen Körper schrecklich juckt (die Hitze tut ihr übriges) was einem gerade Nachts den Verstand raubt. Bin aber wieder auf dem Damm und ich werde nächste Woche wieder anfangen zu arbeiten.Es ist echt schlimm wenn man gar nicht rauskommt, und ich vermisse meine Kids.
Ihr seht es wird und wird einfach nicht langweilig, jetzt bin ich heute am Valentinstag sage und schreibe schon 5 Monate hier in meiner Wahlheimat. Bin immer hin und her gerissen, weil die Zeit einfach nur rast aber ich euch natürlich vermisse.
Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen, euer Benjamin.
da als Alena hier zu Besuch war meinte da ich noch nie so ein Pferdefuhrwerk ins Netz gestellt hätte. Da sie doch recht charakteristisch sind hole ich das hiermit nach. Normalerweise wird das Gespann stehender Weise gefahren, ein Foto folgt sobald mir eins gelingt. (In der Öffentlichkeit zücke ich ungern meine Kamera. Dieses Foto ist während dem Fahrradfahren entstanden,…).

in der sich die Bevölkerung kostenlos untersuchen lassen kann und auch kostenlos Medikamente erhalten, um eine Blutprobe zu erhalten. (Das Gesundheitssystem in Brasilien ist zwar gut ausgestattet aber die Kosten können sich die Armen kaum leisten, da sie keine Versicherung bezahlen können.) Um die Wartezeit zu verkürzen, habe ich dann den Hefezopf geopfert den ich mitgenommen hatte. Dieser hat so viel Anklang gefunden dass ich ihn mit den Jungs am nächsten Tag neu backen musste.

Die Arbeit in „Casa Angelo“ macht mich richtig froh, gerade weil ich sie jetzt länger nicht gesehen habe. Habe auch noch einmal gemerkt wie viel allein meine Anwesenheit den Kindern bedeutet. Es wir auch nicht langweilig, wir haben gerade 3 Neue „bekommen“.
Neuzugang: Luiz-Henrique mit Frosch,...
...und Lukas,...