Dienstag, 25. März 2008

Dienstag, den 25. März 2008

Nachträglich Frohe Ostern!!!!!!!!!!!!

Ich melde mich noch einmal bevor es mit Claire (eine gute Freundin aus Deutschland), die ich gleich vom Flughafen abholen werde, 2 Wochen durch Brasilien geht. Wir werden zuerst mit dem Bus 30 Stunden in den Bundesstaat „Mato Grosso“ fahren um in der Stadt Rondonôpolis 3 Tage ein Sozialprojekt zu besuchen das seit ca. 20 Jahren von meinem alten Gymnasium unterstützt wird. Wir werden ebenfalls in einen Nationalpark und 2 und halb Tage das „Pantanal“ (größte Feuchtsavannengebiet der Welt) besuchen. Danach geht es ein paar Tage nach Brasilia, also die Hauptstadt von Brasilien, und dann wieder zurück. Die Reise wird bestimmt beim nächsten Blogeintrag ausführlich beleuchtet.

Die Zeit scheint mal wieder zu rasen aber ich nehme Einiges mit,…
Am Donnerstag habe ich mit den Jungs in
„Casa Angelo“ Eier ausgeblasen, angemalt und aufgehängt. Die Aktion kam richtig gut an was man auch daran merkte, dass ich die Kinder noch nie so ruhig erlebt habe, wie in dem Moment als sie die Eier verziert haben. Außerdem gab es natürlich bei 36 ausgeblasenen Eiern ein großes Omelett für jeden.




Anschließend sind wir zu einer vorgezogenen Ostermesse für alle Häuser „Casa do Menor´s“ gelaufen. Das war einer der Momente wo ich einfach nur Glücklich war, weil ich alle meine Kinder mit denen ich arbeite oder gearbeitet habe um mich hatte. Es gab dann auch noch Essen und Trinken für Alle.
Marquinho aus Jesus Menino,...
Freitagmorgen ging es mit Moritz wiederholt an die Copacabana um 2 deutsche Mädels abzuholen, die zurzeit ihr Schulpraktikum in einer dt. Privatschule in Rio machen. Da eines der Mädchen im vergangenen Jahr einen Auftritt von „Casa do Menor“ gesehen hatte, wollten sie sich das Projekt anschauen, was dann auch von Moritz und mir so gut es in dieser kurzen Zeit ging präsentiert wurde.

Sonntag ging es dann vormittags in die Kirche in Copacabana, von der ich bereits berichtete da sie unser Projekt Finanziell unterstützt. Auferstehung war dann auch schon bei der Autofahrt ein Thema, da Pe Renato, aus Zeitdruck und altersmäßiger Sehschwäche, mit seinem Auto einen echten Höllenritt vollführte. So sollte man nur fahren wenn es den persönlichen Draht zum Himmel gibt!!! Pe Renato hielt dann auch die Ostermesse und die Kleinen aus „Casa Angelo“ waren auch dort. Mit Ihnen ging es anschließend nach
„Tingua“ da Gleiton, einer der Jungs in „Jesus Menino“, 15 Jahre alt wurde und ein großes Fest veranstaltet wurde.
Die Geburtstagstorte,...
So viel an dieser Stelle, für den nächsten Eintrag müsst ihr euch dann ein bisschen gedulden.

Jetzt muss ich aber los, euer Benni

Samstag, 15. März 2008

Samstag, der 15. März 2008

Hallo ihr Lieben.

Da es sich anscheinend richtig schön eingeregnet hat und es ja immer Neues gibt, wieder ein neuer Blogeintrag:

Montagmorgen hieß es zuerst einmal Abschied sagen, da wie ja bereits erwähnt Anna-Paula zurück nach Brasilia gereist ist. Ich war schon traurig, weil man natürlich den ein oder anderen „Pousada-Gast“ ins Herz schließt.
Wir mit Anna-Paula,...

Wir mit den David und Lala, die vorletzte Woche abreisten,...


Schlechte Stimmung konnte man allerdings nicht bekommen, da ich danach zu meinen Jungs nach „Casa Angelo“ bin. Diese haben sich, wie ich natürlich auch, nach einer Woche sehr gefreut.

Ich mit -Juan Lima Costa-, meinem liebenswuerdigen Raufbold ,...

Die nächsten 2 Tage ging es dann wieder nach „Tingua“ bzw. „Casa Jesus Menino“, wo ich so langsam in die Arbeit reinkomme auch wenn es nach wie vor anstrengend ist. Muss mir einfach selbst die Zeit geben, weil ich manchmal in Versuchung gerate, von Anfang an einen sehr hohen Anspruch an meine Arbeit zu stellen, was natürlich quatsch ist, in anbetracht der Tatsache, dass ich das erste Mal mit behinderten Kindern und dazu noch in einer anderen Sprache arbeite. Die Arbeit ist aber wirklich erfüllend und neben den Kindern genieße ich ziemlich aus der „Baixada“ raus zu kommen. So habe ich mir am Dienstag ein paar Kinder geschnappt und bin mit Ihnen ein bisschen auf dem Gelände flaniert. Da haben wir Orangen gegessen und Kokosnüsse gepflückt, die wir später öffneten.
Da ich gemerkt habe, das es für die Kinder schön ist etwas „raus zukommen“, und den Pai-Social nicht die Zeit (und glaube ich auch nicht die Lust) hat mit Ihnen spazieren zu gehen, bin ich dann am nächsten Tag mit allen Kindern zum Ende des Geländes gegangen. Eine Mai-Social mit der ich am Wochenende immer in „Casa Angelo“ arbeite, ist momentan auch in „Tingua“ da wir dort völlig unterbesetzt waren, und sie kam gerne mit. Man läuft so circa 20 Minuten um das wunderschön gelegene Gelände zu durchqueren.


Bei einem so langen Weg goennt man sich auch ein Stueck weit einen Transportservice,...






Am anderen Ende steht ein Haus das zurzeit nicht genutzt wird, aber für weitere „ankommende“ Straßenkinder verwendet werden soll. Da es gerade zu regnen begann als wir dort ankamen suchten wir unter der kleinen Veranda Schutz.
Nach einer viertel Stunde hörte der Regen auf und wir machten uns auf den Rückweg, auf dem wir allerdings nach kurzer Zeit wieder vom Regen eingeholt wurden. Ich war mit ein paar Jungs etwas zurückgefallen, was dann ziemlich anstrengend wurde. Der 4 jährige Knirps von Renata, der verantwortlichen Frau in „Tingua“, konnte nicht mehr und ich nahm in den restlichen Weg auf die Schultern. Dann hörte ich es hinter mit Schreien. Ein vierzehn Jahre alter autistischer Junge (ich werde herausfinde wie der Name geschrieben wird), stand vor einer großen Pfütze die den Weg „versperrte“ da er Angst vor stehendem Wasser hat. Schließlich war ein Weg gefunden und ich nahm Ihn an die Hand, während ich mit dem anderen Arm und Hand den Jungen auf meinen Schultern sicherte. Dann blieb noch mein Flip-Flop im Schlamm stecken und Marcello, ein Kind das ständig sich und andere schlägt, malträtierte unser Dreiergespann unablässig. Dazu dann der Regen, wir alle Komplett durchnässt, und dann musste ich innerlich echt Lachen als ich mir die Situation von außen vorstellte. Bin dann super dreckig, nass und gut gelaunt mit den Jungs an unserem Haus angekommen. Sehr zur Freude des Pai-Social, da ja alle Kinder völlig verschlammt und nass waren. Die allerdings hatten Ihren Spaß gehabt, was mir persönlich reichte,...

Donnerst hatte ich ja eigentlich frei, aber da ich lieber Freitag frei wollte um mit Moritz nach Rio zu gehen,fuhr ich nach „Casa Angelo“. Ich kaufte vorher ein und machte Pizza mit und für die Jungs. Neben mit schnippelte Romario Salami, wobei er glaube ich die Hälfte dabei verdrückt hat. Lasse die Jungs aber immer beim Zubereiten „naschen“, weil das ja auch für mich die größte Freude beim Kochen ist. Hat auf jeden Fall allen sehr gut geschmeckt und zum Nachtisch hatte ich Eis gekauft.Die Jungens, beim essen bzw. schneiden des Belages,...

Freitag war ein besonderer Tag. Moritz und Ich hatten quasi Jubiläum, denn gestern waren wir genau ein halbes Jahr hier.
Halbzeit also, was in uns Beiden gemischte Gefühle auslöste. Es regnete den ganzen Tag, was uns aber nicht davon abhielt in den Bus zu steigen. Ab nach Rio an die menschenleere Copacabana, einen Caipirinha geordert, denn anders sollte man an so einem Tag nicht anstoßen. Nach dem Abendessen machten wir es uns dann im, ich nenne es mal Aufenthaltsraum, soweit denn möglich gemütlich. Ich hatte es ja tatsächlich geschafft einen guten Rotwein den ich aus Ingelheim mitgenommen hatte, ein halbes Jahr nicht anzurühren, und so kamen wir gestern in den Genuss. Wenn wir uns den mal nicht verdient hatten,… Nach einem halben Jahr in Rio, merkt man das sich nicht jeden Tag



Strandschoenheiten an der Copa reakeln,...

Das ich hier wirklich schon ein halbes Jahr in Brasilien bin, ist ein ganz undeutbares Gefühl.
Ein halbes Jahr weg von Familie und Freunden (Freundin), von allem Vertrauten, aber auch ein halbes Jahr das viel zu schell vergangen ist. Ich habe noch nie in meinem Leben innerhalb einer solchen Zeitspanne so viele Dinge erlebt, gelernt, erfahren.
Ich bin wirklich sehr froh vor 184 Tagen einen Sprung ins kalte Wasser gemacht zu haben, ohne zu wissen was mich erwarten wird. Ich habe auch festgestellt dass ich wirklich Glück hatte bis jetzt. Glück mit Menschen denen ich begegnen konnte, mit meinem wirklich abwechslungsreichen Projekt und dem was ich bisher sehen durfte.

Wünsche mir dass das nächste Jahr genauso abwechslungsreiche schöne und traurige Stunden bereithält und ich gesund wiederkehre.

Ich möchte die Gelegenheit noch nutzen um mich bei all denen zu bedanken die mich und mein Auslandsjahr bisher in so unterschiedlichster Weise unterstützt haben.
Ich hätte nie gedacht dass mein Schaffen hier auf so viel Interesse stoßen würde.
Das gibt mir viel Kraft für die weitere Zeit hier in Brasilien.





Danke für alles, euer Benjamin.

Sonntag, 9. März 2008

Sonntag, der 9. März 2008

Einen schönen Tag euch.

Diese Woche war, wie erwartet, sehr abwechslungsreich.

Wie in dem letzten Blog angekündigt, habe ich mich darum gekümmert in der kommenden Zeit dienstags und mittwochs in „Casa Jesus Menino“ zu arbeiten. Hatte also meine erste Woche dort. Ich fahre mit dem Bus mindestens 25 Minuten dorthin. Die Fahrt ist aber wirklich schön weil sie hier aus dem Häusermeer hinaus und durch Natur führt. Das Haus, welches vor 3 Jahren mit Spendengeldern aus Dieburg finanziert wurde, liegt auf einem riesigen Gelände mit herrlicher Umgebung. Dort gibt es ein weiteres Haus in dem männliche Straßenkinder ankommen und die erste Zeit verbringen, eine große Kapelle, Lernräume und 2 weitere Häuser. Außerdem werden dort alle möglichen Gemüse- und Obstsorten im größeren Stil angebaut, und es gibt Schweine und Kühe. In meinem Haus leben 7 geistig behinderte Jungen und 4 ohne Behinderung.
Die Arbeit hat mir ziemlich Spaß gemacht, ich bin allerdings beide Abende um 9 Uhr wie ein Stein ins Bett gefallen. Es ist wahnsinnig anstrengend mit den Kindern, da sie permanent Aufmerksamkeit fordern und sehr viel körperliche Nähe benötigen. Hinzu kommt das ich ja das erste Mal mit behinderten Kindern arbeite und erst herausfinden muss was ich mit Ihnen so machen kann, in wie fern sie mich verstehen. (Muss ja wissen ob es an meinen sprachlichen Fähigkeiten oder an ihrer Behinderung liegt.) Da sich auch nicht alle gut artikulieren können fällt mir das verstehen natürlich noch um einiges schwerer.

Donnerstags und sonntags habe ich jetzt immer frei.
Am Freitag wollte ich dann nach einem Treffen für alle Mitarbeiter von „Casa do Menor“ zu „Casa Angelo“ doch es stellte sich heraus das die Kinder übers Wochenende in unser Haus nach Rio sind. So hatte ich keine Arbeit und beschloss noch mal nach Tingua zu fahren, da dort ein netter Mitarbeiter am Wochenende arbeitet mit dem ich mich gut verstehe. Dabei wollte ich beobachten wie er mit den Kindern umgeht und wollte mehr über die Behinderungen und Vergangenheit der Kinder erfahren.
Als ich 3 Stunden später zurückgefahren bin war mir ziemlich schlecht. Weiß nicht in wie fern ich hier darauf eingehen sollte, aber die Kinder dort haben echt furchtbare Sachen durchgemacht (sexuelle und andere Misshandlungen, erlebt wie Elternteile umgebracht wurden, u.s.w.). Geschichten die ich mal nicht näher ausführe. Durch diese Traumata haben sich die Behinderungen intensiviert und 2 wurden dadurch erst Behindert. Scheinbar ist das ein Schutzmechanismus vom Gehirn, durch den es das gesehene Ausblendet.
War auf jeden Fall ziemlich geschockt und ich habe die Kinder auch plötzlich anders gesehen. Das war mir ziemlich wichtig, denn dadurch fällt es mir leichter ihr Verhalten zu verstehen.

Es wird also eine ziemlich intensive Arbeit dort, auf die ich mich aber sehr freue.

Samstag sind dann noch 2 Italiener zurückgeflogen die 2 Wochen unser Projekt besuchten.

Morgen wird Anna-Paula zurück nach Brasilia fliegen. Sie war 2 Monate hier, und wir haben uns ziemlich gut mit ihr verstanden. Da bin ich etwas traurig, aber ich werde in einem Monat wenn eine Freundin mich besuchen kommt, und wir reisen werden, für ein paar Tage bei ihr unterkommen.

Melde mich bald wieder, dann werden auch ein paar Fotos von meinen Jungs aus „Casa Jesus Menino“ dabei sein.

Grüße an alle, die aus unterschiedlichsten Gründen diesen Blog lesen, euer Benni.

Samstag, 1. März 2008

Samstag, den 1.März 2008

Nach dem ich das Dengue-Fieber überlebt habe und nun ja quasi ein Brasilianer bin, melde ich mich mal wieder. Da die letzten 2 Wochen noch mit auskurieren und der Wiederaufnahme meiner Arbeit gefüllt waren melde ich mich nur kurz.

Was ist so alles passiert:

Der große Bruder (Tim) vom Moritz ist ihn besuchen gekommen. Da die Beiden ein bisschen durch Brasilien gereist sind hatte ich mein 9m² Luxuszimmer eine Woche allein.
Langweilig wurde es aber nicht.
Zum einen haben wir zu Zeit 3 Italiener und eine Frau aus Brasilia hier in der Pousada wohnen zum anderen war ich richtig euphorisch wieder mit meinen Kleinen zu arbeiten.
Das war allerdings etwas anstrengend weil Juan ziemlich Problem mit seiner Epilepsie hat und sich aggressive- und Epilepsieanfälle abwechselten. Bei der Gelegenheit wurde ich auch gleich mal angepinkelt als ich ihn ins Bett getragen habe da er seinen Körper ja bei diesen Krämpfen nicht kontrollieren kann.
Gestern war ich in Tingua, was etwa 25 Minuten mit dem Bus entfernt liegt. Ich werde dort ab nächster Woche 2-mal wöchentlich in „Casa Jesus Menino“ arbeiten, in dem vornehmlich Kinder mit geistiger Behinderung leben. Mein 2 stündiger Besuch gestern hat mich schon mal auf eine intensive und anstrengende Zeit eingestimmt, aber ich habe mir diese Arbeit selbst gewünscht/beantragt. Freue mich also auf diese neue Herausforderung.

Ansonsten geht es mir wieder gut. Nächste Woche kommt ein ausführlicherer Bericht, da ich dann sicherlich einiges zu erzählen habe.

Im Folgenden noch ein paar Fotos aus Salvador, die ich jetzt erst erhalten habe:

Der in der Haengematte, das bin Ich,...
Gedankenverloren im Seminarraum,...
Unsere Gruppe,...
Der Strand,...

Hochachtungsvoll, euer Benni.