Rodrigo und Marquinho,...(Jesus Menino)
Rodrigei,...(Jesus Menino)
Nach meinem ausführlich beschriebenen Urlaub, ging es wieder zurück an die Arbeit. Das habe ich sehr genossen weil ich meine Kinder schon richtig am vermissen war, und umgekehrt schien es ähnlich zu sein.
Ich habe erneut ziemlich viel aus den letzten Tagen mitnehmen können:
Sehr interessant war, das ich von einem Jungen aus „Casa Andre“ (das Haus schräg gegenüber von „Jesus Menino“ in dem die Neuen ankommen), gefragt wurde mit in eine „Resozialisierungsstunde“ zu kommen. Auf freiwilliger Basis können die Jungs an einer Art Gruppentherapie teilnehmen die von 2 Psychologen aus Rio geleitet wird. Nach 30 Stunden erhalten sie ein Zertifikat, das sie bei zukünftigen Bewerbungen vorzeigen können. Thema der Einheit an der ich teilnahm war Familie. Es wurden 2 Gruppen eingeteilt, die jeweils eine Szene zum Thema kreierten und dann vorspielten. Ich durfte auch mitspielen, und auch wenn ich nicht weiß ob ich als Mitglied einer Drogengang überzeugend war es sehr interessant. Im Nachhinein überlegte ich was eine Gruppe dt. Jugendlicher wohl gespielt hätte und kam nur auf Szenarien in dem es um Computernutzung, aggressive Musik oder Ausgehzeiten ging.
Das es bei uns um Drogen(-banden), gewalttätige Eltern und Sozialprojekte ging, ist wohl nicht weiter verwunderlich.
Nach spielen der Szene wurde dann besprochen wie die Szenarien besser gelöst werden könnten und es wurde erneut gespielt.
Wenn es Möglich ist werde ich des Öfteren in diese Stunden reinschnuppern, um noch etwas mehr aus dem Leben vor „Casa do Menor“ zu erfahren.
In „Casa Angelo“ ist Patrick weggelaufen, nachdem er erst 3 Wochen bei uns war.
Ich wünschte mehr Kinder würden die Schwierigkeiten durchstehen und die Chancen auf ein besseres Leben erkennen, die wir Ihnen hier bieten können.
Juan, von dem Ich ja ständig berichte, hat das Haus gewechselt, nach dem es wieder einige Schwierigkeiten mit Ihm gab. Ich kann Ihn allerdings weiterhin sehen, da er jetzt bei meinen Jungs in „Casa Jesus Menino“ wohnt. 4 Tage nach seinem Wechsel arbeitete Ich dann zum ersten Mal dort, und Juan hat sich wahnsinnig gefreut ein weiteres vertrautes Gesicht zu sehen. Ich glaube es ist sehr wichtig für Ihn mich dort zu haben, befürchte allerdings das es zwischen ihm und Marcello, der mich ja immer viel Energie kostet, ständig krachen wird. Die Beiden nehmen mich allerdings oft so stark ein, dass ich aufpassen muss die Anderen nicht zu vernachlässigen. Habe scheinbar eine Schwäche für die schwierigen Fälle,…

Meine beiden Stoerenfriede,...(Juan und Marcello in Jesus Menino)
Langweilig wird einem in Tingua generell nicht. Letzte Woche war ich mit den Jungs im Schwimmbecken, und es kamen dann noch Kinder aus der Gemeinde die mich fragten ob sie mitplanschen könnten. Registrierte dann irgendwann das ich alleine auf 18 Kinder aufpasste die nicht alle schwimmen können und davon noch 8 eine Behinderung haben. Das war unglaublich anstrengend aber machte auch ziemlichen Spaß.
Am Mittwoch ging es mit anderen Pousadagästen zu einem Straßenfest in Nova Iguacu. Es gab Livemusik, gute Stimmung, viele viele Menschen, und diverse Stände, an denen ich mich ganz gut bediente. Am Nächsten Tag ging es dann mit Kopfweh und schweren Beinen vom Tanzen nach Rio um mit Moritz und Estefania (Italienerin) eine Ausstellung zu besuchen auf die Ich aufmerksam wurde. David LaChapelle ist ein sehr berühmter Fotograph aus den Staaten, von dem ich ein paar Dinge kannte, und die Ausstellung hat mir gut gefallen auch wenn die Fotos teilweise sehr ungewöhnlich sind.
Vorletzten Freitag konnte ich dann noch einmal erleben, wie stark hier die Verhältnisse auseinander Triften. Wir waren bei einer Freundin von Herrn Edinger, zum Essen eingeladen. Das Appartement befand sich im 13. Stock und hatte einen traumhaften Blick auf die Bucht und den Zuckerhut. Das Essen war auch sehr lecker (von einer Köchin gekocht) und es war generell ein rundum schöner Abend. 45 Kilometer entfernt befindet sich unser Projekt und manchmal kommt es mir so vor als würde man auf einem anderen Planeten und nicht in derselben Stadt wohnen.
Ich erhalte also permanent Gedankenanstöße und manchmal wünschte Ich mir mehr Zeit,
um den Ein oder Anderen zu vervöllständigen.
Andererseits fällt mir ein Satz ein der auf dem Zwischenseminar in Salvador fiel:
„Vielleicht ist es wichtiger nicht mit Antworten
sondern mit mehr Fragen nach Hause zu kommen.“
In diesem Sinne, wohl eine sehr erfolgreiche Woche, Euer Benjamin.

Abendessen in Casa Angelo, und als Nachtisch habe ich Vanillepudding mit Lebensmittelfarbe bearbeitet,...

5 Kommentare:
hey großer!
schoen wieder von dir zu hoeren!=)
es ist sooooo toll was du machst,aber das weißt du ja!
david lachapelle...haste mal an mich gedacht?=)der ist en bissel crazy...=)aber das bringt die arbeit mit sich!
ach ja,skype hab ich,aber kein inet zu hause...schau mal ob du mich findest:mariee.rott
bis ganz bald,grueße aus der deutschen hauptstadt!
miss you!
kuss marie
Dann hat dich der Alltag wieder.
Und den versüßt du dir und den Jungs mit solch schönem bunten Pudding. Richtig so.
Wir freuen uns immer über deine Berichte und die schönen Fotos.
Weiterhin alles Liebe und Gute.
Biggi und Anhang
Ich denk an dich da unten! Ich bin gespannt auf ein Wiedersehen, ich glaube wir werden uns viel erzaehlen koennen... :)
Habs gut, liebe Gruesse aus Bethlehem,
deine Sophia
Ich bin in Bethlehem???das wusste ich ja noch gar nicht!!=)
Schau mal in dein Postfach,da ist was für dich drin!!
denk an dich,immer.
Deine Miss Sophie
Hallo Benni,
habe nach langer Zeit noch mal auf deiner Seite nachgelesen, denke aber oft an dich. Es ist sehr beeindruckend, was du da machst. Wir waren gestern in Ingelheim bei deinen Eltern und konnten bei schönem Wetter im Garten sitzen.
Tobi war auch da, er besucht dich ja bald.
Weiterhin viel Kraft und Freude mit den Kindern
Andrea
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