Ich habe allerdings keinesfalls nichts zu erzählen gehabt, vielmehr gab es so viel zu erleben, dass schlichtweg keine Zeit blieb euch auf den neuesten Stand zu bringen.
Das hole ich aber im Folgenden alles wieder auf, und so erwartet euch diesmal viel Text und noch mehr Bilder.
Viel Spaß:
Wie erwähnt wurde ich 3 Wochen von einer Freundin aus Deutschland, Claire, besucht, die vorgestern wieder abreiste. Nach über einem halben Jahr war das Wiedersehen natürlich total toll, auch wenn wir uns am Flughafen erst gar nicht erkannten :)
Die ersten Tage nutzten wir um Ihr das Projekt vorzustellen, meine Kinder in den Häusern zu besuchen, und einen Einblick in mein hiesiges Leben zu gewinnen.
Claire mit Marquinho aus Casa Jesus Menino,...
Freitags machten wir uns dann mit dem „Casa do Menor“-Bus und 36 Kindern nach Rio um den dort den Tag zu verbringen. Die Idee kam als mir, als ein lieber Mensch aus Deutschland Geld schickte. Wir wollten zuerst die Christusstatue besuchen, doch als wir dort ankamen war gerade eine Demonstration am laufen, da die Betreiber des Fahrunternehmens die Preise erhöht hatte. Somit wurde uns der Zugang zum Christus unmöglich und wir fuhren auf einen kostenlosen Aussichtspunkt in der Nähe von dem die Aussicht zwar noch schöner ist, aber natürlich die Statue fehlt. Die Kinder freuten sich allerdings trotzdem, und es war ausgelassene Klassenfahrtstimmung, da die Kids ja sonst nicht aus „Miguel Couto“ rauskommen. Anschließend fuhren wir an den kleinen „roten Strand“ am Fuße des Zuckerhutes um dort zu schwimmen. Wir hatten von dem gespendeten Geld eingekauft und am Vortag vorbereitet und so gab es ganz viele gekühlte Getränke, Pudding, Wurst/Käsebrötchen, Hefezopf, Bananen u.s.w. Der Strandnachmittag zauberte dann dem letzten ein strahlendes Lachen ins Gesicht. Ein toller Tag!!!
Claire und Ich auf dem Aussichtspunkt Dona Marta,...
Ein Teil der Gruppe, vor der beruehmten Statue,...
So sieht Badespass auf Brasilianisch aus,...
Die nächsten 2 Tage verbrachte ich mit Claire in Rio. Wir besuchten den wunderschönen botanischen Garten, die Christusstatue, die Strände Copacabana und Ipanema, den Zuckerhut und machten eine Bootsfahrt durch die gigantische Guanabara-Bucht.
Der Traumstrand Ipanema,...
Auf dem Weg zum Zuckerhut,...Am 31. März nahmen wir dann den Bus nach Rondonópolis im Bundesstaat „Mato Grosso“.
Nach ca. 2000 Kilometern und 32 Stunden erreichten wir den Busahnhof und wurden von Elizangela abgeholt, die das soziale Projekt leitet, das von meinem alten Gymnasium unterstützt wird. Wir kamen im Haus eines dt. Pfarrers unter uns aßen bei der Familie von Elizangela. 2 und halb Tage schauten wir uns das Projekt (das übrigens auf der rechten Seite verlinkt ist!!!) an. Besuchten Kindergärten, Jugendzentren, eine Essensmarken Ausgabe und die Patenkinder welche von Stammkursen des Sebastian-Münster-Gymnasiums Unterstützung erhalten. Es würde den Rahmen sprengen auf alles einzugehen, aber das Projekt hat mich sehr beeindruckt. Ebenso die Freude und das Interesse mit dem uns begegnet wurde. So fand man überall wo wir hinkamen, gebastelte Plakate und Fahnen vor, es gab einen Snack, selbst die Mitarbeiter die keinen Dienst hatten waren vor Ort, es wurde vorgesungen, vorgetanzt und vorgespielt. Alle waren aufgeregt, waren wir doch (außer dem Gründer, unserem alten Schulleiter Herr Mürtz) die ersten Besucher unserer Schule. Ich Hoffe inständig dass sich das Engagement unserer Schule aufrechterhalten lässt um diese tolle Arbeit weiterhin zu unterstützen. Vielleicht ist ja Möglich einen regelmäßigeren persönlichen Kontakt aufzubauen.
Ein betreuter Kindergarten,...
Und so sieht es von Innen aus,...
Sejam bem Vindos!,..., Ihr seid herzlich Willkommen!
Wir mit Elizangela vor einem Kindergarten der von unserer Schule finanziert wurde,...
Bastel- und AHndwerksarbeiten in einem der 2 Jugendzentren,...
Gruppenfoto nach schoenen Darbietungen,...Weiter ging es mit einem kleinen Fiat und Elizangela am Steuer in die Hauptstadt von „Mato Grosse“ nach „Cuiabá“. Dort wohnten wir in einem Priesterseminar, das uns vorbildlich umsorgte. Nach der ersten Nacht dort, machten wir uns auf, den nahe gelegenen Nationalpark „Chapada dos Guimarães“ zu erkunden neben kleinen und großen Wasserfällen, erlebten wir die unglaubliche Aussicht des geodätischen Mittelpunktes Südamerikas und die „Cerrado“ (innerbrasilianische Buschsteppe) mit einzigartigen Pflanzen.
Dieser Wasserfall mit dem Namen Brautschleier faellt 72 Meter tief,...
Der nur ein paar Meter, aber auch sehr nett,...Am nächsten Tag hieß es dann schon wieder verabschieden und auf in das größte Feuchtsavannengebiet der Welt, das „Pantanal“.
Nach 40 Kilometern Schotterpiste erreichten wir unser Hotel (eine Art Resort), das uns einen ungewohnten Luxus bot, der uns am Anfang zwischen beschämt und verlegen hin und her pendeln ließ.
Den Nachmittag nutzten wir um eine Bootstour mitzumachen. Es zeigten sich zwar nur Vögel aber die Flusslandschaft und Unberührtheit dieses Fleckchens zogen einen in den Bann. Ich fühlte mich wie in den Reportagen die auf den 3ten immer laufen. Traumhaft.

Einheimischer Fischer,...
In den Koerben werden die Fische bis zum Markttag im Wasser gelassen,...
Am nächsten Morgen wurden wir etwas tollkühner und wagten uns auf Pferde um dem „Pantanal“ noch näher zu kommen. Da die Regenzeit erst gerade zu Ende ging, waren von den Pferden nur noch Rücken und Kopf zu sehen, sodass wir bis zu den Knien im Wasser waren. Dort schlängelten wir uns durch Schilf und Seerosen und waren froh das wir keiner Anakonda oder Krokodil begegneten.
Anschließend ging es noch schnell in den Pool und nach einem Mittagessen und einem Besuch im hoteleigenen Schmetterlingshaus ging es die Schotterpiste zurück um eine berühmtere Lehmpiste zu befahren die das Militär vor längerer Zeit 140 Kilometer in das „Pantanal“ zog. Vor lauter schauen erreichten wir die Einfahrt zu unserer Pousada sehr spät und als wir auf dem Weg dorthin nicht mehr weiterkamen da es zu verschlammt war begann es schon zu dämmern. Wir versuchten es noch ein kleines Stück zu Fuß, aber als auch das nicht mehr ging, beeilten wir uns zum Auto zurückzukommen, da es auch Jaguare und Pumas gibt, die ja bekanntlich gerne in Dämmerung aktiv werden. Wir fuhren die Transpantaneira ein Stückchen zurück und mieteten uns in eine „Öko-Lodge“ ein, die nicht nur Edel sondern auch mitten in der Natur war. Morgens wurde unter einer offenen Palmhütte gefrühstückt, man sah die ersten Papageien und Wasserschweine. Einfach Herrlich. Mit einem Mitarbeiter machten wir uns auf eine kleine Wanderung über einen Holzsteg, der durch einen Wald führte in dem Kapuzineräffchen wohnen. Am Ende des Steges stiegen wir auf einen 25 Meter hohen Turm um das Panorama des erwachenden „Pantanal“ zu bewundern. Auf dem Rückweg fütterten wir die Affen mit Bananen und sahen unseren größten Brillenkaiman.
Papageien, die romantischer Weise Ihr ganzes Leben zu Zweit verbringen,...
Tuiuiús auf der Suche nach kleinen Schlangen,...
Sonnenaufgang im Pantanal,...
Kleine Aeffchen,...
Letzter Blick auf dieses beeindrukcende Oekosystem,...Über Cuiabá ging es zurück nach Rondonópolis, wobei die Straße im Volksmund den schönen Namen „Straße des Todes“ trägt, da dort sehr viele Menschen sterben. Dummerweise hatten Indios, also die Ureinwohner Brasiliens die Straße versperrt, weil sie gegen etwas protestieren wollten. Da die Indios in keinster Weise bestraft oder angefasst werden dürfen, konnte man sie auch nicht von der Straße holen, was 30 Kilometer Lasterstau verursachte, der sich gerade auflöste als wir ankamen. Die eigentlichen 2 Stunde Fahrt liefen somit auf 7 hinaus, was bei der Hitze und einem kleinen Fiat ohne Klimaanlage kein Spaß ist.
Nach Verabschiedung von unserem Gastgeber und Elizangela, mit der wir uns super verstanden haben, hieß es diesmal nur 15 und halb Stunden Busfahrt.
Pfarrer Franz, mit der Expeditionstruppe,...
Diesmal in die Hauptstadt Brasiliens, nämlich „Brasilia“. Dort trafen wir Moritz wieder, mit dem wir zusammen bei Ana-Paula unterkamen, die sich extra für die nächsten Tage frei genommen hatte. Ana-Paula strahlte 3 Tage durch, weil sie so glücklich war uns bei Ihr zu haben.
Es ist wahnsinnig schwierig „Brasilia“ zu beschreiben, weil diese Stadt nichts ähnelt was ich bisher gesehen hatte. Die Stadt ist gerade 48 Jahre alt und auf dem Reißbrett entworfen. Von oben gesehen, sieht sie aus wie ein Flugzeug, und alles ist genau geplant. Es gibt Bereiche nur zum Wohnen, nur zum Einkaufen, nur für Kirchen, nur für Krankenhäuser,…
Die Straßen sind unbeschädigt sowie sauber und man sieht fast nur teure Autos, die den Beamten und Verwaltungsangestellten gehören, die wohl den Großteil der Einwohner stellen.
Die Autos halten an den Zebrastreifen, und weitere ungewohnte Dinge,…
Ana-Paula besuchte mit uns so ziemlich alles was es zu sehen gibt, und es wäre wahrscheinlich nicht so spannend wenn ich jetzt alles aufzählen würde. Im Folgenden aber ein paar Fotos auf denen ihr Gebäude von dem berühmten Architekten Oscar „Niemeyer“ sehen könnt. Er hat die meisten berühmten Gebäude dort gestaltet. Alles sehr futuristisch und Groß.
Kirche Dom Bosco,...
Der Kongress,...
Von Innen ist es noch schoener,...
Das Oscar Niemeyer Museum,...
Das Auswaertige Amt,...Wir verbrachten noch einen lustigen Abend mit Freunden von Ana-Paula auf einer Forro-Party. Eine brasilianische Musikrichtung, zu der es sich ausgesprochen gut tanzen lässt. Um Halb 5 kamen wir dann ausgepowert nach Hause, aber es war sehr amüsant gewesen.
Zurück in mein Rio de Janeiro ging es dann zum Glück mit dem Flugzeug.
In Miguel Couto blieben mit und Claire dann noch 2 Tage in denen wir meine beiden Häuser besuchten damit sie sich von den Kindern verabschieden konnte.
Es ging natürlich wieder alles viel zu schnell vorbei, aber ich habe die Zeit genossen.
Auch habe ich das Land von vielen weiteren Seiten kennen gelernt,
und der Facettenreichtum ist unwahrscheinlich groß.
So viel Schönes und Schreckliches in nur einem Land. So viele Gegensätze.
Alles nur schwer zu begreifen geschweige den zu lösen.
Werde bei meinem nächsten Blog darauf eingehen.
Ich denke an euch, hatte vorgestern meinen siebten Monat hier abgeschlossen, bin also in knapp 5 Monaten wieder Zuhause. Bin mir noch nicht sicher was ich davon halten soll.
Bis denne, euer Benjamin.

7 Kommentare:
WAHNSINN - WAR TOTAL SUPER, zumal wir parallel telefonierten... Mama u. Papa
Hallo Bruder.
Der Bericht ist der absolute Wahnsinn. Echt genial, was ihr in den letzten Tagen erlebt habt. Bei den Bildern mit den Kindern die euch in dem Projekt so freundlich begrüßen, hatte ich sogar ein paar Tränen in den Augen. Da sieht man, dass es gar nicht genug soziales Engagement geben kann und wie gut wir es hier haben!
Aber auch die tollen Natur- und Tierbilder haben mich als alten Tierreportagen-Fan echt beeindruckt... -)
Lass es dir gutgehen und bis bald,
dein Bruder Tobias.
Hallo Benni
Haben sofort nachgeschaut und sind diesesmal die zweiten
Es war sehr schön dich wieder zu sehen
Weiter so und alles Gute
Opa
Na dann schliess ich mich dann mal an. Die Fotos von deinem Ausflug sind wirklich beeindruckend. Und dass du in fünf Monaten wieder kommst finden wir nicht so schlimm...;-)
Pass weiter gut auf dich auf.
Jetzt kannst du ja mal wieder mit deinen Kids was schaffen bevor der nächste Besuch kommt ;-)
Und mach dir nciht soviel aus dem was du siehst an Gegensätzen. Wir können es nicht ändern und nur im Kleinen helfen. Hier bei uns gibt es das ja auch (wenn auch in ganz abgeschwächter Form)
Grüße und Küsse aus Kahl.
Biggi
Hallo Benni,
wieder einmat super schön!
Also genießen, genießen und weiter so!
Herzliche Grüße Petra
Hallo Benni, ja auch hier in Australien habe ich deine letzte Serie bekommen. Einige Sachen sind wie bei uns im Land-inneren. Andere Sachen (von der Landschaft) hat man hier auch nicht. Tolle Sache. Bist du
jetzt wie bei und der berühmete " Crocodile Hunter "(Dein Video). Bleib mir gesund und pass auf Dich auf.
.... Dieter
Hi Benni:)
Die letzten Bilder sind ja viel zu krass! Und das Crocodile Hunter Video geht sau ab... ziemlich mutig:D Mach auf jeden Fall weiter so viele Bilder sind echt sau geil! Also ich wuensch dir noch viel Spaß und genieß noch die letzten Monate!
Alex (und schoenen Gruß vom Julius)
Kommentar veröffentlichen