Sonntag, 9. März 2008

Sonntag, der 9. März 2008

Einen schönen Tag euch.

Diese Woche war, wie erwartet, sehr abwechslungsreich.

Wie in dem letzten Blog angekündigt, habe ich mich darum gekümmert in der kommenden Zeit dienstags und mittwochs in „Casa Jesus Menino“ zu arbeiten. Hatte also meine erste Woche dort. Ich fahre mit dem Bus mindestens 25 Minuten dorthin. Die Fahrt ist aber wirklich schön weil sie hier aus dem Häusermeer hinaus und durch Natur führt. Das Haus, welches vor 3 Jahren mit Spendengeldern aus Dieburg finanziert wurde, liegt auf einem riesigen Gelände mit herrlicher Umgebung. Dort gibt es ein weiteres Haus in dem männliche Straßenkinder ankommen und die erste Zeit verbringen, eine große Kapelle, Lernräume und 2 weitere Häuser. Außerdem werden dort alle möglichen Gemüse- und Obstsorten im größeren Stil angebaut, und es gibt Schweine und Kühe. In meinem Haus leben 7 geistig behinderte Jungen und 4 ohne Behinderung.
Die Arbeit hat mir ziemlich Spaß gemacht, ich bin allerdings beide Abende um 9 Uhr wie ein Stein ins Bett gefallen. Es ist wahnsinnig anstrengend mit den Kindern, da sie permanent Aufmerksamkeit fordern und sehr viel körperliche Nähe benötigen. Hinzu kommt das ich ja das erste Mal mit behinderten Kindern arbeite und erst herausfinden muss was ich mit Ihnen so machen kann, in wie fern sie mich verstehen. (Muss ja wissen ob es an meinen sprachlichen Fähigkeiten oder an ihrer Behinderung liegt.) Da sich auch nicht alle gut artikulieren können fällt mir das verstehen natürlich noch um einiges schwerer.

Donnerstags und sonntags habe ich jetzt immer frei.
Am Freitag wollte ich dann nach einem Treffen für alle Mitarbeiter von „Casa do Menor“ zu „Casa Angelo“ doch es stellte sich heraus das die Kinder übers Wochenende in unser Haus nach Rio sind. So hatte ich keine Arbeit und beschloss noch mal nach Tingua zu fahren, da dort ein netter Mitarbeiter am Wochenende arbeitet mit dem ich mich gut verstehe. Dabei wollte ich beobachten wie er mit den Kindern umgeht und wollte mehr über die Behinderungen und Vergangenheit der Kinder erfahren.
Als ich 3 Stunden später zurückgefahren bin war mir ziemlich schlecht. Weiß nicht in wie fern ich hier darauf eingehen sollte, aber die Kinder dort haben echt furchtbare Sachen durchgemacht (sexuelle und andere Misshandlungen, erlebt wie Elternteile umgebracht wurden, u.s.w.). Geschichten die ich mal nicht näher ausführe. Durch diese Traumata haben sich die Behinderungen intensiviert und 2 wurden dadurch erst Behindert. Scheinbar ist das ein Schutzmechanismus vom Gehirn, durch den es das gesehene Ausblendet.
War auf jeden Fall ziemlich geschockt und ich habe die Kinder auch plötzlich anders gesehen. Das war mir ziemlich wichtig, denn dadurch fällt es mir leichter ihr Verhalten zu verstehen.

Es wird also eine ziemlich intensive Arbeit dort, auf die ich mich aber sehr freue.

Samstag sind dann noch 2 Italiener zurückgeflogen die 2 Wochen unser Projekt besuchten.

Morgen wird Anna-Paula zurück nach Brasilia fliegen. Sie war 2 Monate hier, und wir haben uns ziemlich gut mit ihr verstanden. Da bin ich etwas traurig, aber ich werde in einem Monat wenn eine Freundin mich besuchen kommt, und wir reisen werden, für ein paar Tage bei ihr unterkommen.

Melde mich bald wieder, dann werden auch ein paar Fotos von meinen Jungs aus „Casa Jesus Menino“ dabei sein.

Grüße an alle, die aus unterschiedlichsten Gründen diesen Blog lesen, euer Benni.

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Guuude Bruder:)
Ja jetzt bin ich mal erster:)
Die Arbeit mit den Behinderten wird bestimmt ziemlich schwer, aber du schaffst das schon;) Pass gut auf dich auf , und dir und Claire eine gute Zeit
Brother Schamb from the Schambens

Anonym hat gesagt…

Hallo Benni,

freut mich, dass Du wieder gesund bist!
Habe Deinen Onkel Dieter kennengelernt!
Weiterhin eine gute Zeit und pass auf Dich auf.
Freu mich auf einen netten Bilder/Erlebnis/Grill-Abend, wenn Du wieder da bist!
Dieter aus GA

Anonym hat gesagt…

..hey benni .. finde es echt toll, wie du dir immer wieder neue aufgaben und herausforderungen suchst ..!! .. bin schon auf die Bilder gespannt ..
hier ist soweit alles beim alten .. bin allerdings jetzt tatsächlich umgezogen und freue mich dich im herbst in meiner hübschen studentenbude begrüßen zu dürfen .. gestern war der abiball.. war voll schön.. dir hätte es sicher auch gefallen .. aber eins kann ich dir versichern: unser männerballett wird auch in 10 jahren nicht übertroffen sein!! ;o) .. es drückt dich herzlichst ..deine nicole

Anonym hat gesagt…

Lieber Benni, hier meldet sich eine deiner Verehrerinnen älteren Semesters! Ich glaube dir aufs Wort, dass das eine Umstellung ist mit den behinderten Kindern zu arbeiten. Habe es ja selbst lange genug gemacht. Aber die die ich betreut habe waren "nur" behindert und hatten nicht noch solche schlimmen familiären und sozialen Hintergründe zu verkraften.
Ich wünsch dir weiterhin viel Kraft und Energie für deine beneidenswerte Arbeit. Geniesse die Zeit und wir sehen uns ja "bald" schon wieder ;-) Grüße von uns allen aus Kahl. Biggi

Tim hat gesagt…

Parabens :)